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Pressemeldungen

Donnerstag, 25. Februar 2010

Bald Impfung gegen Magenkrebs?

Forscher vom Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München forschen derzeit an einem Impfstoff gegen das Bakterium Heliobacter pylori. Dieser Keim ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Klasse-I-Karzinogen eingestuft, das heißt als sicher krebserregend. Gelänge eine Immunisierung, könnte die Anzahl der Magenkrebspatienten deutlich gesenkt werden. Denn noch immer erkranken in Deutschland jedes Jahr fast 19.000 Menschen neu an Magenkrebs, 90 Prozent dieser Karzinome werden durch eine Heliobacter-Infektion verursacht.

Bei einer Infektion mit dem Bakterium entzündet sich zunächst die Magenschleimhaut. Nimmt die Entzündung chronischen Charakter an, kann sich Magenkrebs entwickeln. Um das zu verhindern, muss möglichst früh behandelt werden - derzeit mit Antibiotika. Aber auch die Heliobacter entwickeln - wie viele andere Bakterien - zunehmend Resistenzen gegen die gängigen Medikamente. Zudem ist die Behandlung teuer und häufig treten Nebenwirkungen auf.

Die Münchner Forscher suchen nun nach einem neuen Behandlungsansatz. Dieser basiert auf Erkenntnissen früherer Studien, bei denen ein Molekül identifiziert wurde, das den Medizinern als idealer Kandidat für eine wirkungsvolle Impfstrategie gegen Heliobacter pylori und damit gegen den Magenkrebs gilt. Dabei handelt es sich um einen Eiweißstoff, der von den Heliobacter produziert und ausgeschieden wird. Dieser blockiert das menschliche Immunsystem, sodass es nicht gegen die Bakterien zu Felde ziehen kann. Mit der neuen Impfung, an der derzeit geforscht wird, soll nun erreicht werden, dass die körpereigene Abwehr das bakterielle Eiweiß ausschalten und das Bakterium dann selbstständig zerstören kann.

Die Impfung soll sowohl prophylaktisch als auch therapeutisch einsetzbar sein. Gefördert wird die Serumentwicklung von der Deutschen Krebshilfe.