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Montag, 25. Januar 2010

Warum werden Frauen älter als Männer?

Mehr Alkohol, fettigeres Essen, häufigerer Nikotinkonsum und deutlich weniger Arztbesuche sind nur die halbe Antwort auf die Frage nach den Gründen für das frühere Ableben. Fest steht, dass Männer häufiger Unfälle erleiden, durch ihre Berufe mehr Gefahren ausgesetzt sind und bei ihnen in praktisch jedem Lebensabschnitt die Selbstmordrate höher ist.

Mehr Jungs – weniger Männer

Bei der Geburt sind die Jungen noch in der Überzahl. Statistisch gesehen kommen mit 100 Mädchen gleichzeitig 105 Knaben zur Welt, was sich jedoch mit Blick auf die Gesamtbevölkerung im Laufe der Zeit ändert: Schon mit Erreichen des Rentenalters von 65 Jahren sind sechs von zehn Bundesbürgern weiblich. Ist die 80 erst mal überschritten, kommen auf einen Mann bereits zwei Frauen!

Spielt die Natur eine Rolle?

Ausgeglichen ist Geschlechterverhältnis in etwa zwischen 20 und 30, also dem Alter, in dem zumindest früher die meisten Familien gegründet wurden. Ist das nur eine Laune oder die beste Vorsorge, die die Natur in den Fortbestand der Menschheit investieren konnte?

Trotzdem sind sich die Mediziner völlig unklar darüber, ob es wirklich biologische Ursachen für den Unterschied von sechs Jahren gibt. Der höhere Testosteronspiegel und dessen angeblich lebensverkürzende Wirkung dürfte ebenso ins Reich der Märchen gehören, wie die positiven Wirkungen der weiblichen Estrogene.

Regionale Unterschiede

In Osteuropa werden Frauen etwa 69, während die Männer bereits zehn Jahre früher sterben. Doch auch innerhalb der Bundesrepublik gibt es regionale Unterschiede: So sind es in Baden-Württemberg 83 (Männer 78) Jahre, während in Mecklenburg Vorpommern die Lebenserwartung mit 81,4 (Männer 74,5) Jahren merklich geringer ist.

Jetzt ziehen die Männer gleich

Wie es aussieht, wird sich die Altersstatistik aber sehr bald ändern. Während man noch vor einigen Jahrzehnten fast nur Männer mit der Zigarette in der Hand erwischte, raucht inzwischen auch schon jede dritte Frau. Die Quittung dafür kommt bereits für die erste Generation der „emanzipierten“ Tabakkonsumentinnen - deren Lebenserwartung verkürzt sich nämlich durch Nikotin und andere Giftstoffe um bis zu ein Jahrzehnt. Dagegen sind Männer mit 70 inzwischen genauso fit wie ihre weiblichen Altersgenossen und keinesfalls häufiger pflegebedürftig. Bestimmt spielt dabei auch eine Rolle, dass der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz gerade in den Berufen deutliche Fortschritte gemacht hat, in denen früher die körperliche oder organische Überbeanspruchung zu den meisten Krankheiten führte.

Gut zu wissen: Ist das Rentenalter erst einmal erreicht, sieht es dann in punkto Lebenserwartung bei den Männern besser aus. Im Alter von 65 Jahren haben Frauen eine verbleibende Lebenserwartung von 19,8 Jahren, Männer dagegen von 16,3 Jahren. Der Unterschied schmilzt also auf 3,5 Jahre zusammen.

Wie entwickelt sich die Lebenserwartung?

Durch den medizinischen Fortschritt gibt es gute Chancen, dass heute geborene Kinder zwischen 95 und 100 Jahren alt werden, wenn sie nicht ihre Jugend mit der Chipstüte vor dem Computer verbringen. Die Tatsache, dass gerade die bewegungsärmste und übergewichtigste Kindergeneration der Geschichte heranwächst, könnte die freudigen Erwartungen der Demografen allerdings wieder trüben, denn: noch weiß niemand, wie sich der Wandel im Freizeiterhalten auf die Generation unserer Kinder auswirkt.

Quelle: BKK24