Arztinformationen
Buchbesprechung
AAL – in der alterternden Gesellschaft
Unzweifelbar: Unsere Gesellschaft wird immer älter, aber auch mobiler. Noch 25 Jahre, dann wird die Hälfte unserer Bevölkerung über 60 Jahre alt sein.
Ein großer Teil der Senioren wird neben einer Berufstätigkeit irgendwelchen Freizeitbeschäftigungen nachgehen und das Alter genießen.
Aber ein nicht unerheblicher Teil der Mitmenschen wird aufgrund einer Immobilität oder Pflegebedürftigkeit auf fremde Hilfe angewiesen sein. Die Hilfsbedürftigkeit wird im Alter zunehmen.
Ambient Assidted Living (AAL) steht für die Entwicklung von Assistenzsysystemen, die dem Nutzer den Alltag erleichtern soll. Senioren wollen in den eigenen vier Wänden alt zu werden. AAL wird die Alten dabei mit intelligenten Lösungen dabei unterstützen.
Die ältere Generation steht neuen technischen Entwicklungen keinesfalls kritisch gegenüber. Über zwei Drittel der Befragten im Alter ab 55 Jahren sind der Auffassung, dass man bei der technischen Entwicklung mithalten müsse, um den gegenwärtigen Lebensstandard aufrecht zu erhalten.
Mit Hilfe von AAL wird sogar die Lebensqualität gesteigert, weil sich die Menschen sicherer fühlen. AAL Technologien können im Haushalt, in der Pflege oder auch in der medizinischen Überwachung eingesetzt werden.
Senioren stürzen häufig an ihrem Bett. Entsprechende Matten mit Sensoren könnten einen Alarm auslösen, wenn der Gestürzte sich innerhalb eines Zeitraumes nicht aufrichtet. Sensorik bei der Beleuchtung von Wegen in der Nacht z.B. aufs WC oder als Assistenz in der Pflege. Medizinische Daten wie Blutzucker, Blutdruck u.a.m. können via WirelessLan an einen Pflegestützpunkt gesendet werden um dort ausgewertet zu werden. Damit würden sich Arztbesuche reduzieren lassen usw. Die Sektoren ärztliche Dienste und Pflege werden sich in den kommenden Jahren durch AAL erheblich verändern. Das ist aber noch Zukunftsmusik bis dahin müssen AAL Systemlösungen erprobt werden. Sie finden aber bereits auch in Kliniken Anwendung. Dort, wo heute der Patient verkabelt ist, können in Zukunft intelligente Lösungen die Arbeit des Klinikpersonals erleichtern.
Die Autoren des Buches „AAL in der alternden Gesellschaft“ geben einen Überblick über das technische Mögliche und machbare. Sie zeigen auf, welche, auch politischen Lösungen, noch erarbeitet werden müssen. Das Buch eignet sich hervorragend für Verantwortliche die sich mit der Planung von Pflegeeinrichtungen, Praxiskliniken u.a.m. befassen. Mit zahlreichen Lösungsansätzen bietet der Inhalt sehr viele Impulse für die zukünftige Betreuung von hilfsbedürftigen Mitmenschen und Patienten Ein Verzeichnis von kompetenten und erfahrenen Ansprechpartnern ist in dem Buch ebenfalls aufgeführt. Das vorliegende Buch gibt einen ersten Überblick über AAL. Man darf hoffen, dass dies in dem Buch formulierten Denkanstöße bald in die Realität umgesetzt werden, denn AAL ist die Zukunft.
Jürgen Bause
Sibylle Meyer, Heidrun Mollenkopf et.al: AAL in der alternden Gesellschaft Anforderungen, Akzeptanz und Perspektiven. Herausgeber VDE Verlag GmbH Berlin-Offenbach. 1. Auflage 2010, 174 Seiten und zahlreichen Abbildungen. Gebunden, 26,00 Euro [D]ISBN 978-3-8007-3239-5
Moderne Investitionsförderung für Arztpraxen: KV Hessen informiert über Finanzierungsmöglichkeiten
Frankfurt, 16. April 2010 - "Niederlassung, Nachfolge, Neuanschaffung: Moderne Investitionsförderung für Arztpraxen" - so lautet der Titel einer bundesweiten Kampagne der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der KfW-Bankengruppe, an der sich auch die KV Hessen beteiligt. Ziel der Kampagne ist es, den rund 150.000 niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten in Deutschland betriebswirtschaftliches Wissen zu vermitteln und ihnen Finanzierungsmöglichkeiten und -hilfen aufzuzeigen. Die KV Hessen bietet ihren Mitgliedern dazu am 21.04.2010 in Frankfurt und am 28.04.2010 in Marburg Informationsveranstaltungen an.
Welche Fördermöglichkeiten stehen Ärzten oder Psychotherapeuten zur Verfügung? Wie finden sie einen geeigneten Nachfolger für ihre Praxis? Bekommen sie auch Geld für neue medizinische Geräte? Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt der Veranstaltungen. "Die Qualität der ärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung, aber auch die Entwicklung von Praxen mit ihren vielen Arbeits- und Ausbildungsplätzen, ist ein wichtiger Faktor für Lebensqualität und Wirtschaft in Hessen", erklärte die Vorstandsvorsitzende der KV Hessen, Dr. med. Margita Bert. "Sie hängt jedoch auch davon ab, ob Haus-, Fachärzte und Psychotherapeuten die Chance erhalten, in ihre Praxen zu investieren." Denn heutzutage ist bei der Führung einer Praxis neben dem Qualitäts- vor allem auch Finanzmanagement gefragt. Business-, Finanz- und Investitionspläne gehören zu jeder niedergelassenen Arztpraxis und den medizinischen Versorgungszentren. Vor allem in einer Zeit, in der die durch die Bundespolitik versprochene Honorarsteigerungen nicht bei allen Ärzten und Psychotherapeuten ankommen.
Neben der KfW beteiligen sich auch regionale Banken an den Veranstaltungen der KV Hessen. Zusätzlich zu den Fachvorträgen haben die Teilnehmer die Möglichkeit, auf dem Infomarkt direkt Kontakt mit den verschiedenen Banken aufzunehmen. Selbstverständlich steht ihnen auch das Beraterteam der KV Hessen für Fragen zur Verfügung. "Gemeinsam wollen wir den Ärzten die Scheu nehmen, notwendige Investitionen vorzunehmen. Denn: Bleiben diese aus, verlieren letztlich die Praxen. Das müssen wir verhindern!", so Dr. Bert. Mit seiner Zusage zu einem Grußwort bei der Frankfurter Veranstaltung zeigt der hessische Gesundheitsminister Jürgen Banzer, dass auch die hessische Landesregierung diese Kampagne unterstützt.
Pressevertreter und sonstige Interessierte sind ebenfalls willkommen:
- am 21.04.2010 von 15-18 Uhr in den Räumlichkeiten der KV Hessen in Frankfurt
- am 28.04.2010 von 15-18 Uhr im Hörsaalgebäude der Uni Marburg
Die Einladungen mit den Programmen, Anmeldebögen und Wegbeschreibungen zu den beiden Veranstaltungsorten sind auf der Homepage www.kvhessen.de eingestellt. Pressevertreter werden gebeten, sich unter presse@kvhessen.de anzumelden.
Hinweis an die Redaktion: Bei Fragen und Interviewwünschen wenden Sie sich gerne an die Abteilung Kommunikation der KV Hessen, Karl Matthias Roth, Telefon 069 / 79502-755, Cornelia Kur, Telefon 069 / 79502-580, Telefax 069 / 79502-501, E-Mail: presse@kvhessen.de.
Quelle: KV-Hessen
Pharmazeutische Beratung im Außendienst-Taxi
Außendienst soll eingeschränkt werden
Biberach. Über den pharmazeutischen Außendienst, der die niedergelassen Ärzte und Kliniken besucht, wird seit Jahren diskutiert. So ist in Polen der Besuch seitens der Pharmavertreter während der Sprechzeiten verboten. In der Schweiz und Schweden sind die Arztbesuche der Außendienstmitarbeiter über das Jahr hinweg ebenfalls stark reglementiert.
Russland, ein Land mit 142 Millionen Einwohnern und einem jährlichen Wachstum im Pharmamarkt in den Jahren 2001 bis 2008 von durchschnittlich 21,3 Prozent, will jetzt die Besuche der Pharmavertreter verbieten. Das berichtete die Arzneimittel Zeitung am 18. Februar diesen Jahres.
80 Prozent des russischen Pharmamarktes wird von den großen, international operierenden Pharmaunternehmen kontrolliert. Dies ist dem russischen Präsidenten Vladimir Putin ein Dorn im Auge. „Wir sollten die sogenannten Pharmaberater los werden, die in unseren medizinischen Institutionen arbeiten, berichtete die Moscow Times vom Oktober 2009. Ab September diesen Jahres soll in Russland der Besuch der Pharmavertreter in den Ambulatorien und in den Kliniken grundsätzlich verboten werden. Ein entsprechendes Gesetz ist in der Duma bereits eingebracht worden und hat große Chancen verabschiedet zu werden.
Weiterhin sollen Einladungen für die Ärzte und sonstige Zuwendungen verboten werden, so die Arzneimittel Zeitung weiter. Als besondere Variante zur Sicherung des Vertriebsmodells der pharmazeutischen Industrie wird in der Branche das Außendienst-Taxi diskutiert. Wenn der Arzt gefahren werden möchte, wird er in einem Taxi transportiert, das die Pharmafirma zur Verfügung stellt. Während der Autofahrt wird dann der Arzt von dem Pharmaberater über pharmazeutische Neuigkeiten informiert. Da die Fahrzeugstaus in den Innenstädten Russlands sehr ausgeprägt sind, wird es für die Pharmagespräche ausreichend Zeit geben. Allerdings wird ein solches Modell keine wirkliche Zukunft haben, so der Geschäftsführer des Biberacher Pharmaberatungsunternehmens Innov8, Hanno Wolfram. Der Versuch, nur zu retten, was zu retten ist erscheint weitgehend untauglich.
Dem Vertriebsmodell der pharmazeutischen Industrie steht aber auch in Deutschland einem erheblichen Wandel bevor. Therapierichtlinie und Budgeteinsparungen schränken die Verordnungsfreiheit der niedergelassenen Ärzte schon heute erheblich ein. Das Vertriebsmodell Pharmaaußendienst in Deutschland ist ebenfalls in Bewegung und muss wahrscheinlich sogar neu erfunden werden, so der Experte. Dies gilt ganz besonders unter ökonomischen Gesichtspunkten. Auch die Entscheidungen, welches Medikament wem verordnet wird, werden immer weniger in der Arztpraxis getroffen. Die Zukunft wird nutzenstiftenden Ansätzen gehören und nicht mehr dem Verkäufer.
Quelle: Jürgen Bause
Chronische Lebererkrankungen und Leberfibrose
Hamburg. Chronische Lebererkrankungen haben verschiedene Ursachen. Eine der gefährlichsten ist die Leberfibrose. Hier vernarbt und verhärtet sich das Gewebe der
Leber mit vermehrter Einlagerung von kollagenem Bindegewebe.
Die Ursachen können Erkrankungen, wie eine chronische Leberentzündung (Hepatitis B und C) sein, oder aber chronisch toxische Leberschädigungen durch Alkoholmissbrauch. Es gibt aber noch weitere Erkrankungen, die eine Leberfibrose auslösen können. In unsere Gesellschaft spielt die Fettlebererkrankung durch Fehlernährung eine nicht unerhebliche Rolle so Prof. Dr. M. Manns, Gastroenterloge, Hepatologe und Endokrinologe an der MH Hannover.
Erkrankungen der Leber merkt der Betroffene erst einmal nicht. Eine chronische Müdigkeit oder die Gelbfärbung der Haut sind Anzeichen, aber diese Merkmale werden von den Betroffenen erst einmal ignoriert. Der Gang zum Arzt wird herausgeschoben.
Der Arzt wird zur ersten Untersuchung eine Standardlaboruntersuchung vornehmen. Hinweise auf einen fibrotischen Umbau der Leber lassen sich bereits aus den Routinelaborwerten ermitteln.
Besonders Übergewichtige profitieren
Um den genauen Gesundheitszustand der Leber zu ermitteln, hat sich neben dem klinischen Laborverfahren die transierte Elastografie der Leber mit dem FibroScan etabliert.
Da die Leber mit zunehmender Fibrose eine steife Konsistenz bekommt, steigt die Leitungsgeschwindigkeit von Schallwellen. Mittels der transienten Elastografie wird die Leber einer 50 Hz Welle ausgesetzt. Die Eindringgeschwindigkeit wird dann mittels Ultraschall gemessen und in einen Elastizitätswert umgerechnet.
Der gewonnene Wert gibt dem behandelnden Arzt die erforderlichen Parameter, die zur Beurteilung der Erkrankung notwendig sind.
Die diagnostischen Möglichkeiten mit dem FibroScan sind so gut, das darüber diskutiert wird, dass diese nichtinvasive Untersuchung der Leberbiopsie überlegen ist. Gerade bei übergewichtigen Patienten birgt die Leberbiopsie doch erhebliche Probleme. Mit einem neuen Ultraschall-Transducter wird die Schallamplitude so verstärkt, dass die Untersuchung nicht mehr durch einen größeren Haut-Leber Abstand beeinträchtigt wird.
Klinische Untersuchungen zeigen, dass die Aussagekraft der transienten Elastografie der Leberbiopsie gleichwertig, wenn nicht sogar überlegen ist.
Diese neue sonografische Untersuchung wird richtungsweisend bei der nichtinvasiven Leberuntersuchung werden.
Einweisende Ärzte und betroffene Patienten sollten sich über Zentren informieren, die eine nichtinvasive Leberuntersuchung durchführen können.
Jürgen Bause
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Ineffizienzen im Gesundheitswesen belasten Versicherte und Patienten
Fachgesellschaft mahnt besseres Versorgungsmanagement an
Berlin. In vielen Ländern sind die Menschen gesunder und leben länger als in Deutschland. Und das bei deutlich geringeren Kosten im Gesundheitsbereich, so Zahlen der OECD. Angesichts der Ankündigung von Zusatzbeiträgen durch zahlreiche Krankenkassen und der aufgeflammten Priorisierungsdebatte fordert die Deutsche Gesellschaft für bürgerorientierte Gesundheitsversorgung (DGbG e.V.) in einer Stellungnahme einen noch effizienteren Umgang mit den Ressourcen im Gesundheitswesen.
Finanzielle Reserven der GKVen vermutet eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahre 2009. Und es gibt immer noch zahlreiche Gründe, die zu unnötigen Ressourcenverschwendungen zum Nachteil der Versicherten und Patienten führen. Dazu gehören nicht nur eine betonartige Lobbyistenstruktur in und um das Gesundheitswesen – verbunden mit Gruppenegoismus einzelner Versorgungsbereiche. Auch das beharrliche Beibehalten ineffizienter Strukturen und Versorgungsprozesse. Weiterhin bemängelt die DGbG eine einseitige Prioritätensetzung z. B. bei Arzneimittel-Rabattverträgen unter Inkaufnahme nachteiliger medizinischer und ökonomischer Folgewirkungen.
Kosten von 15 bis 20 Milliarden Euro entstehen jährlich durch fehlende Therapietreue (Non-Compliance/Adherence) Die liegen bei einigen Volkskrankheiten um 50 Prozent. Dadurch werden die medizinischen Behandlungsergebnisse erheblich gefährdet; SO DIE DGbG. Außer den direkten Kosten durch weggeworfene Medikamente, nicht notwendige Arztbesuche usw. entstehen. Mehrausgaben durch den Verlust an Lebensqualität, Arbeitsfähigkeit, Patientenunzufriedenheit usw. Derzeit wird zu wenig unternommen, um diese negativen Folgen eines unzureichenden Gesundheitsmanagements zu reduzieren und damit Ursachen für verschwenderische Ausgaben zu bekämpfen. Das gesundheitliche Risikoverhalten der Bevölkerung ( Fehlernährung, Übergewicht, Alkoholmissbrauch) ist eine „Zeitbombe“. Sie wird in Zukunft wahrscheinlich zu einer erheblichen Zunahme der Versorgungskosten führen, so die Experten der DGbG. unter der Leitung des Mediziners Prof. Dr. Dr. Dr. hc. mult. Dieter Adam, München. Adam weist auf zahlreiche nachhaltige Verbesserungsmöglichkeiten im Gesundheitswesen hin: Förderung der Eigeninitiative mit Selbstverantwortung, gesundheitsbewusstes Verhalten der Bürger durch Gesundheitsbildung, Gesundheitscoaching und Patientencoaching. Weiterhin ist ein Paradigmenwechsel von der Post-Crash-Intervention hin zur Prävention unerlässlich. Wirtschaft, Bildung, Forschung, Finanzpolitik und Städteplanung sind aufgefordert ihren Teil an Verantwortung für mehr Gesundheit im Rahmen einer umfassenden politischen Handlungsstrategie zu übernehmen. Grundlage für all diese Maßnahmen muss eine Versogungsforschung sein, die dringend einer Förderung bedarf, so die Fachgesellschaft.
DGbG-Geschäftsstelle
Genter Straße 63
13353 Berlin,
Tel. 030-45475466,
E-Mail:presse @dgbgev.com.
Jürgen Bause


